Aluminium – Schädlich für Mensch und Umwelt

In der Schrot & Korn (04/2014) stolperte ich über einen Artikel, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. „Demenz aus der Dose“ behandelt informativ die Gefahr von Aluminium für Mensch und Umwelt. Ich habe mich vorher nicht wirklich mit dem Thema Aluminium auseinandergesetzt und, wie viele vermutlich, nur auf das böse Plastik geschaut. Doch das Leichtmetall hat es auch in sich.

Umweltzerstörung Aluminiumgewinnung

Aluminium schadet schon bei seiner Herstellung in enormen Ausmaß der Umwelt. Das Metall ist  das am meisten vorkommende auf der Erde, so versteht sich aus wirtschaftlichen Gründen die vielseitige Verwendung. Doch Aluminium existiert  nicht in Reinform,  sondern muss umständlich und sehr energieaufwendig aus Rohmineralien, vor allem Bauxit, gewonnen werden. Manchmal sind ganze Atomkraftwerke und Staudämme nur für den Energiebedarf der Aluminium-Fabriken vorhanden.

Der Abbau des Erzes Bauxit ist bereits ein Raubbau an der Natur und zerstört Regen- und Urwälder. Bei der Weiterverarbeitung kommen auf eine Tonne gewonnenes Aluminium mehrere Tonnen giftigen Rotschlamms. Zwar verbraucht das Recycling von Aluminium nur etwa 5 % der Energie, die für die Primärgewinnung nötig war, doch auch bei der Wiederverwertung entstehen mehrere Tonnen giftiger Salzschlacke, die in extra Kläranlagen gesammelt werden muss. Allein deshalb ist die zunehmende weltweite Verwendung so skeptisch zu betrachten.

Vielverwendetes Nervengift Aluminium  als Demenzverursacher?

Aluminium findet sich bereits überall – nicht nur in Fahrzeugkarossen und Alufolie, sondern im Trinkwasser, in unserer Nahrung, in Medikamenten und Impfungen, in Putzmitteln (Rohrreiniger), in Deos (Aluminiumchlorid) und Cremes (Aluminiumstearat, ein Verdickungsmittel für Lacke). Dabei taucht es meist in gebundener Form auf, etwa als Aluminiumsalz, ist sozusagen „ungefährlich“. Doch durch Säuren (etwa Zitronensäure) oder auch starke Laugen kann sich das Aluminium herauslösen und neue Verbindungen eingehen, z.B. mit Enzymen und Transportmolekülen und dadurch dem Körper schaden.

Denn Aluminium ist ein bewiesenes und bekanntes Nervengift. Es kann Spermien und Embryonen schaden. Gerade bei Dialyse-Patienten und Menschen mit Nierenproblemen kann die Aufnahme von Aluminium zu Osteoporose, zu langsamen Absterben von Hirnzellen und zu Anämie führen. Deshalb steht es seit längerem im Verdacht, Demenz und Alzheimer zu verursachen.

Bereits Studien in 1970er und 80er Jahren zeigten eine Verbindung zwischen einer hohen  Aluminum-Trinkwasserbelastung und Demenz- und Alzheimererkrankungen. Doch durch industriegeförderte Gegenstudien wurde das Thema vorzeitlich auf Eis gelegt. Bis 2012 italienische Wissenschaftler diese Theorie durch neue Versuche wiederbelebten. Sie untersuchten bei Demenz- und Alzheimererkrankten das Transportmolekül Ferretin, zuständig für Prozesse im Gehirn, und fanden Aluminium anstelle des dort üblichen Eisens.

Aluminium in Nahrung und Kosmetika – keine vorgeschriebenen Höchstwerte

Doch so wirklich scheint das noch niemanden zu beunruhigen. Weiterhin wird Aluminium verwendet. Auch in der Nahrung. Hier sind keine vorgeschriebenen Höchstwerte für Aluminium vorhanden. Es muss nicht einmal in den Inhaltsstoffen gekennzeichnet werden. Die Richtwerte für Aluminium in der Nahrung wurden erst 2008 von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA drastisch herabgesetzt. Die Aufnahme von einem Miligramm Alu pro Kilogramm Körpergewicht durch Nahrung in der Woche hält die Behörde noch für okay. Die meisten Europäer würden durchschnittlich sogar mehr zu sich nehmen.

Etwa 99 % des Aluminiums werden von einem gesunden Körper wieder ausgeschieden. Aber wer kann von sich wirklich sagen, ob er gesund ist?  Hohe Aluminiumwerte finden sich vor allem in Kaffee und Schokolade, Salaten, Spinat und Tomaten. Außerdem enthalten die Milch- und Sojapulver in Säuglingsnahrung schon auf „natürliche“ Weise Aluminium, da bereits die verwendete Milch und das Soja vorbelastet sind.

In Kosmetika ist es vor allem in Deos enthalten: als Aluminiumchlorid, einem synthetischen Salz. Die gesunde Haut nimmt nur etwa 0,2 % des Salzes auf, aber bei verletzter Haut können bis zu 18 % in den Körper gelangen. Das ist besonders für uns Frauen mit unserer Achselrasierwut relevant. Denn Aluminium steht auch im Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen.

Was man tun kann, um Aluminium so gut es geht zu vermeiden

Auch, wenn man sich vielleicht nicht von den Risiken für die eigene Gesundheit abschrecken lässt, so ist man es zumindest der Umwelt schuldig, seinen Aluminiumkonsum drastisch einzuschränken.

  • Bei Kosmetik auf Alternativen ohne Alu, wie Naturkosmetik oder DIY-Kosmetik, zurückgreifen. Herkömmliche Deos und Cremes enthalten nicht nur Aluminiumsalze, sondern werden oft auch noch in Aluminiumverpackungen geliefert. Hierzu ist es wohl gesünder, auf andere Anbieter zurückzugreifen. Deos in Glasflaschen und Cremes in Glastiegeln. Ich benutze bereits seit längerem nur Naturkosmetik  und seit einiger Zeit sogar komplett nur die handgemachten Salben, Deos und Seifen meiner Freundin Sophia (huerban.wordpress.com). Diese DIY-Kosmetika sind oft sehr einfach herzustellen und man kennt definitiv die Inhaltsstoffe. Gerade für Allergiker ist das sehr wichtig. Hier ein Rezept für ein einfaches, aber wirkungsvolles Creme-Deo aus Natron und Salbeiöl. Oder mein supereasy Sprüh-Deo mit Natron.🙂
  • Möglichst unbelastete Lebensmittel ohne Aluverpackungen kaufen. Auch bei der Nahrung greife ich auf Bio-Lebensmittel zurück und hoffe, die Belastung ist dort nicht so hoch. Im Haushalt verwende ich keine aggressiven Putzmittel, sondern greife auf bewährte Hausmittel, wie Kernseife und Zitronensäure zurück.
  • Bei Krankheiten eher auf altbewährte Heilmittel verlassen. Von Impfungen halte ich aus diversen Gründen sehr wenig. Und auch auf herkömmliche Medikamente versuche ich weitestgehend zu verzichten.
  • Allgemein beim Einkauf auf Müllreduzierung und Aluminiumverwendung achten. Als Aluminiumlieferanten habe ich in unserem Haushalt die typische Alufolie, die Teelichtbehälter, die Deckel auf vielen Lebensmitteln  und die Pillenverpackungen entdeckt. Da ich auch meinen Plastikkonsum stark reduzieren möchte, werde ich bei Lebensmitteln und Medikamenten in Zukunft auch auf Alu achten. Gerade weil sich hier Aluminium aus der Verpackungsfolie herauslösen könnte. Als Teevieltrinkerin und Duftlampennutzerin, gebrauche ich auch sehr viele Teelichte. Bei den lose zu kaufenden Teelichtern zahlt man sich allerdings dumm und dämlich. Einer meiner nächsten Versuche wird also sein, selber Teelichte herzustellen – ohne böse Aluhüllen. Natürlich wird berichtet.🙂

Wer sich noch näher über Aluminium informieren will – der Dokumentarfilmer Bert Ehgartner hat dazu eine sehenswerte Reportage gefilmt: „Die Akte Aluminium„.

Euch eine schöne Woche!🙂

Mit ♥, Eure Christine

 

Quellen:

http://www.schrotundkorn.de/2014/201404b05.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Aluminium

 

16 Kommentare Add yours

  1. Sophia Mach sagt:

    Hi Christine,

    toller Beitrag!🙂 Bin gespannt auf Deine selbst gemachten Teelichter. Möchte dann auch gerne welche haben. Der Geo-Engineering-Link des Bundesministeriums läuft ins Leere – wurde fix abgeschaltet?!

    Noch eine schöne Karwoche wünscht
    Sophia

    Gefällt mir

    1. Christine sagt:

      Klar, natürlich teile ich die mit dir.🙂
      Um den Link kümmer ich mich mal.

      Bis die Tage, Christine

      – So, müsste jetzt funktionieren, der Link. –

      Gefällt 1 Person

  2. Marble Moon sagt:

    Ich hab den Artikel auch gelesen. Gruselig.

    Gefällt mir

  3. Hallo Christine!

    Aluminium und Plastik gleichzeitig zu vermeiden ist nicht ganz einfach. Ich hatte vor einiger Zeit einmal einen Aluminium-Schwerpunkt auf meinem Blog. Ich weiß nicht ob Du damals schon mitgelesen hast. Da sind einige sehr gute Tipps in den Kommentaren gekommen auch für Teelichter. Es gibt da eine nachfüllbare Variante.

    Danke für Deinen ausführlichen Beitrag!!!

    lg
    Maria

    Gefällt mir

    1. Christine sagt:

      Hallo Maria,

      Danke, werde ich nachher mal schauen.🙂

      LG, Christine

      Gefällt mir

  4. Kerstin sagt:

    Das mit dem Aluminium in Kosmetika und dem Vermeiden davon haben eine Freundin und ich letztes Jahr mal probiert. Wir wollten Deo’s ohne Aluminium. Die Suche danach war gar nicht so einfach. Leider mussten wir uns nach unzähligen Versuchen auch eingestehen, dass die Qualität, oder das, was wir von einem Deo erwarten, eine mittlere Katastrophe war. Durch die Bank weg haben alle mehr oder weniger versagt. Schade. Schweren Herzen sind wir wieder zu den „normalen“ Deo’s zurück gekehrt.

    Gefällt mir

    1. Christine sagt:

      Hallo Kerstin,

      in Naturkosmetik-Produkten sollten keine Aluminium-Salze und dergleichen vorhanden sein. Und wirklich teurer sind die auch nicht.
      Beim Deo gibt es natürlich viele Spray-Deos oder auch Deostciks, inzwischen auch in der Naturkosmetik. Da kommt es immer auf den „Schwitztyp“ an. Wenn man eher wenig schwitzt und müffelt, dann reicht vielleicht auch schon ein Deo-Spray mit Limette, Zitrone und Salbei. Für alle, deren Drüsen eher auf Hochtouren laufen, würde ich eher Creme-Deos empfehlen, die binden noch etwas Flüssigkeit. Und die braucht man gar nicht kaufen, sondern kann man ganz einfach selbst herstellen: mit Natron.
      Ich benutze selbst inzwischen eines von meiner Freundin hergestelltes und müffle gar nicht mehr, hehe. Hier findest du auch die Anleitung: http://huerban.wordpress.com/2014/03/06/creme-deo-oder-festes-deo-selber-machen/
      Und in dem Deo kennst du definitiv die Inhaltsstoffe.🙂
      LG, Christine

      Gefällt 1 Person

      1. Sophia Mach sagt:

        Da muss ich selbst mal meinen Senf dazugeben.😀 Ich bin ein Vielschwitzer und war nur mit aggressivsten Alu-Deos zufrieden – BIS ich das erste mal mein Natron-Deo gerührt habe. Ich schwitze zwar noch, aber es müffelt nicht! Unfassbar toll! Weiß nicht, ob es bei jedem so gut wirkt, aber für mich ist es eines der Lieblings-Selbstrührer-Rezepte.🙂

        Gefällt mir

      2. Kerstin sagt:

        cool, danke, das probiere ich doch mal aus🙂

        Gefällt 1 Person

  5. Stadtpflanze sagt:

    Eine gute Zusammenfassung – auch ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt und über das ich gerne blogge.
    Was noch fehlt: Aluminium wird zum Teil für Nahrungsmittel als technischer Hilfsstoff verwendet Technische Hilfsstoffe müssen nicht gekennzeichnet werden, d.h. du hast nicht einmal die Chance es gezielt zu meiden.
    Was mich persönlich am meisten stört, sind die unnötigen und vermeidbaren Anwendungsbereiche – nicht nur bei Aluminium, sondern auch bei anderen Stoffen, z.B. bei vielen Kunststoffen.

    Gefällt mir

    1. Christine sagt:

      Guter Hinweis. Ich wollte sowieso den Artikel noch etwas umschreiben, d.h. Informativer gestalten. Allerdings kann man Aluminium, denke ich, gezielter aus dem Weg gehen, wenn man weiß, wo es überall drin ist und so zum Beispiel auf seine Lebensmitteleinkäufe mehr achtet. Ich finde die Verwendung auch unnötig hoch (vor allem wegen seiner umweltschädlichen Gewinnung), was allerdings auch daran liegt, dass es das am häufigsten vorkommende Metall auf der Erde ist.

      Gefällt mir

      1. Stadtpflanze sagt:

        Ich denke, Aluminium ist deshalb so billig, weil es dort abgebaut wird, wo Menschen und Umwelt besonders stark ausgebeutet werden. Sonst wäre der Gewinn von reinem Aluminium sicherlich zu aufwändig.
        Aluminium ist wohl ein “schönes schlechtes” Beispiel dafür, wie sehr unser Wohlstand auf dem Rücken anderer ausgetragen wird.😦

        Gefällt mir

      2. Christine sagt:

        Naja, schon auch auf unseren eigenen Rücken…😉

        Gefällt mir

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s